Mittwoch, 2. Oktober 2013

Da issa ja wieda !!!

Der Erklärbär (isch hab da ma wat vorbereitet ;0)

Hab nu mein Stickgarnbrett fertig und wollte Euch doch mal
zeigen, wie ich das so zusammengeklöppelt habe!

Aus dem Baumarkt hab ich mir ein Fichtebrett (80cm x 60cm x 1,8cm)
und 9 Holzrundstäbe mit einem Durchmesser von 6 mm gekauft.

Da die Konen ungefähr 10cm hoch sind und die Platte 1,8cm dick ist,
hab ich erstmal die Rundstäbe in 12,5cm lange Stücke zersäbelt.

9 Stäbe à 1m / 12,5 = 72 Stück 

Hab dann meine Garnkonen auf die Platte gestellt und geschaut, wieviele
ich in der Breite (10) und in der Höhe (7) untergebracht bekomme,
d.h. insgesamt 70 Stück.  Passte also genau mit den 72 Stäbchen.
*freu, freu* (sonst hätte ich noch mal Nachschub holen müssen).

Nun das, wobei man sich am meisten konzentrieren muss -
Wo bohrt man die Löcher in die Platte?

ALSO ERSTMAL RECHNEN:

Zunächst die BREITE: 80 cm stehen zur Verfügung, wobei
links und rechts 1 cm Rand seien sollte -> bleiben also
noch 78 cm für 10 Stäbe über, d.h 7,8cm pro Stab.

Da der Stab ja in der Mitte der Kone sitzen soll und nicht am Rand
muss man die Gesamtbreite (7,8cm) durch zwei teilen (3,9cm), sodaß
man in der Mitte landet.

Das erste Loch wird also 1cm (Rand) + 3,9 cm (Mitte) = 4,9 cm von
vom äußeren Rand des Brettes gebohrt und danach alle 7,8 cm weiter
das nächste ! (Hoffe Ihr könnt das nachvollziehen!)

Das gleiche für die HÖHE: 60 cm stehen zur Verfügung, wobei
oben und unten 2 cm Rand seien sollte -> bleiben also
noch 56 cm für 7 Stäbe über, d.h 8 cm pro Stab.

Da der Stab ja wieder mittig sitzen soll, teilen wir die Gesamtbreite (8cm) 
durch zwei (4cm), sodaß man auch hier in der Mitte landet.

Das erste Loch wird also 2cm (Rand) + 4 cm (Mitte) = 6 cm von
vom äußeren Rand des Brettes gebohrt und danach alle 8 cm weiter
das nächste !

Nachdem das Schlimmste nun weg ist, einfach entsprechende Linien
auf das Brett malen - hoffe das wird über das Foto klarer. An den
Schnittpunkten der horizontalen und vertikalen Linien wird jeweils
ein Loch für einen Stab gebohrt... schaut mal:


Bevor der Bohrer angesetzt wird, mit einem spitzen Gegenstand
und einem Hammer ein kleines Löchlein in jeden Schnittpunkt schlagen.


Wozu das gut ist? Holzbohrer haben vorne eine kleine Spitze und
so findet der Bohrer in dem Loch einen schönen Ansatzpunkt
und weiß wo es lang geht :0)


Zum Bohren ist eine Bohrschablone echt Gold wert! Damit sorgt man dafür,
das die Löcher auch wirklich senkrecht gebohrt werden nicht ürgendwie schräg seitwärts.

Wenn die Einkerbungen (siehe Pfeile) auf der gezeichneten Linie sind,
bohrt man das Loch auch wirklich auf den Schnittpunkt
und nicht 3 Meter weiter nach links oben ;0)

(So eine Schablone bekommt man in jedem Baumarkt - der Metalleinsatz hat
einen Durchmesser von 6mm, genau wie der Bohrer und die Stäbe.)


So nu aba - jetzt geht es Rund .... also zumindestens der Bohrer !


Unter eine Seite der Schablone hab ich eine Leiste gelegt, damit alle
Bohrlöcher leicht schräg ausfallen. So sind die Stäbe dann leicht
nach oben geneigt und die Konen können nicht mehr runter rutschen !

Und nu go!!!
Ein weiterer Vorteil des Metalleinsatzes: man kann nicht zu tief bohren. 
Wenn der Bohrer aufsetzt, geht´s nicht mehr weiter.


Natürlich macht das Bohren Dreck, ABER da ich ja ein sauberes Ferkel
bin, liegt der Staubsauger schon parat ;0)


Nach 70 Löchern hat man einen Schweizer-Käse-Look erreicht!


Nu wird das Brett mit Stoff bespannt, z.B. Ditte vom Schweden. Keine Sorge,
man sieht nu zwar die Löcher nicht mehr, aber sie sind immer noch da ;0)

Vorne schön spannen und hinten fest-tackern - und ganz dolle
auf die Finger aufpassen - nicht mit-tackern !!!


Nu das Brett wieder umdrehen (schöne Seite nach oben) und mit einer
spitzen Schere das erste Loch durch den Stoff ins Bohrloch pieksen
(das kann man gut durch den Stoff durch fühlen)
und dolle hin und her drehen, damit auch ein Loch im Stoff bleibt.


Nu das erste Stäbchen schnappen und an das Loch ansetzen und dann
mit ein-zwei Hammerschlägen brutal hineinschlagen.
(Vielleicht auch mit drei-vier Schlägen :0)
Und auch wieder aufpassen: Auf den Stab hauen, nicht auf die Finger !!!

 
Wichtig: Immer ein Loch nach dem anderen in den Stoff stechen. Durch
das Einschlagen der Stäbe verzieht sich der Stoff ein ganz schönes Stück.
Also mit Ruhe und Muse eins nach dem anderen - oooooommmm!!!
 
 
Und wenn ihr das Ganze 70 mal wiederholt habtm, ist das Brett plötzlich
und unerwartet zu Eurer Freude (und zu der Eurer Nachbarn) fertig !!!!

Tataaaaaaa:


Und wenn mein WBEDW nachher Heim kommt, kann
er noch zwei Beschläge anbringen und das Teil an die Wand anbohren.
Der Schlagbohrer ist mir leider zu schwer :(

Morgen zeig ich Euch dann das Brett 'in Aktion' -
also bestückt mit meinem schönen neuen Stickgarn *freu*.

Hoffe Ihr könnt mit dem WIP was anfangen.
Viele Grüsse von der Numi


Kommentare:

  1. Du bist ja so klasse...

    solche WIPs liebe ich... vermutlich werde ich es nicht nachmachen, aber nur, weil ich keine Wand mehr freihabe für so ein tolles Brett...

    aber genial erklärt...

    GGGLG

    Andrea

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  2. Sogar die Rechnerei ist erklärt.... Du bist genial! Das muss nun mal gesagt sein :)
    Herzlichst
    yase

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  3. Tolle Anleitung, so eine Bohrschablone kannte ich noch gar nicht.
    LG Nicole

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  4. CU bist der beste Erklärbär der Welt ((-:
    LG Gaby

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